Bepflanzt die Vorgärten!

Am 18.05.2020 konnten wir in der Barmstedter Zeitung lesen, dass eine Initiative gegen Schottergärten kämpft. Das finden wir gut, sind doch diese Steinwüsten alles andere als insekten- und vogelfreundlich, nicht grundwasserbildend, nicht bodenschonend und schon gar nicht pflegeleicht.

Aufgrund der fehlenden Bepflanzung kann sich kein Mikroklima bilden, der Garten heizt sich auf. Um die Steinwüsten aufrecht zu erhalten, muss viel getan werden. Im Laufe der Zeit sammelt sich Laub, Staub etc. an und bildet die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen. Absammeln und Ausreißen des unerwünschten Krautaufwuchses sind mühsam, die Behandlung der Schotterflächen mit Herbiziden und Essig ist verboten. Thermische Behandlung schädigt die darunter liegende Folie, die Steine können sich verfärben und/oder einen Algenüberzug bekommen. Die Steine kommen oft aus fragwürdigen Steinbrüchen, ein Verbot von Kinderarbeit und Umweltauflagen fehlt in den Ländern, die die Steine liefern, häufig. In der Regel halten derartige Gärten nur 10 Jahre, dann stellt sich auch die Frage, wohin mit den Steinen und der Folie? Der darunter liegen Boden ist danach stark geschädigt.

Lediglich der Zusatz in dem Artikel, dass die Barmstedter Politik auf Freiwilligkeit setzt, ist nicht richtig, In den letzten Bebauungsplänen haben wir Barmstedter Grünen uns bereits dafür eingesetzt, dass in den neuen Baugebieten die Schottergärten verboten werden und haben dafür auch die uneingeschränkte Zustimmung der Bauausschussmitglieder bekommen. Das können wir umsetzen, die Landesbauordnung für das Land Schleswig-Holstein lässt es mit dem § 8 LBO zu:

Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind

  • wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und
  • zu begrünen oder zu bepflanzen,

soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen. Satz 1 findet keine Anwendung, soweit Satzungen Festsetzungen zu den nicht überbauten Flächen treffen.

Was die bestehenden Gärten angeht: diese haben Bestandsschutz. Wir können die „Gärten des Grauens“ nicht dort verbieten, wo der Bebauungsplan das nicht explizit ausschließt. Da gibt es vom Gesetzgeber her leider noch nicht die Möglichkeit. wir Grünen lassen gerade prüfen, was rechtlich machbar ist und ob über eine Vorgartensatzung, die für uns alle schädlichen Schottergärten künftig ausgeschlossen werden können. Damit sollte nach unserer Auffassung aber nicht die weitere Gestaltungsfreiheit in der Vorgartenbepflanzung eingeschränkt werden. Das muss jede Bürgerin, jeder Bürger weiter für sich selbst entscheiden können.

So appellieren wir Grüne: Bepflanzt die Vorgärten! Sie unterstützen die Artenvielfalt in der Natur, sie tragen zur Grundwasserneubildung, sowie dem Schutz des Bodens und des Grundwassers bei. Es gibt vielfältige Garten- und lebensfreundliche Alternativen.

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