B-Plan 73: Was wird aus der Königsberger Straße?

Die Zeichen in der Königsberger Straße sind unübersehbar: Es mehren sich verlassene Wohnungen und leerstehende Häuser.

In naher Zukunft soll hier nach Plänen der Eigentümerin der Flächen, der GKB Pinneberg, nach dem Abriss des Altbestands, ein komplett neues Wohnquartier entstehen.

Mit knapp 90 Wohneinheiten, bestehend aus Mehrfamilien- und Reihenhäusern, verdoppelt sich die Anzahl der Wohnungen nahezu.

Für die Stadt Barmstedt bietet sich mit einem Quartier in dieser Größenordnung unserer Meinung nach die einmalige Möglichkeit, auch städtebaulich ein deutliches Zeichen im Sinne des Klimaschutzes zu setzen und zugleich ein lebenswertes, ökologisches, nachhaltiges und zukunftsfähiges Wohnumfeld für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

Dafür müssen schon jetzt die planungsrechtlichen Vorgaben getroffen werden!

Deshalb haben wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Stellungnahme zum B-Plan 73 verfasst, die u.a. fordert

  • ein energetisches und energietechnisches Gesamtkonzepts im Rahmen einer Quartierslösung zu entwickeln bspw. durch Errichtung eines Blockheizkraftwerks/Wärmenetzes und die verbindliche Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude (vorzugsweise im Rahmen eines Mieterstrommodells)
  • eine verbindliche Festsetzung von energetischen und ökologischen Standards für  die zu errichtenden Gebäude festzulegen
  • die bauliche Verdichtung durch Ausgleichspflanzungen, Grünanlagen oder Dachbegrünungen zu kompensieren
  • eine Mindestanzahl von 2 Fahrradstellplätzen (überdacht, ggf. abschließbar) pro Wohneinheit zu berücksichtigen

Gerade auch unter Betrachtung des Gebots der Nachhaltigkeit, dem sich die Stadt Barmstedt für diese Legislaturperiode verschrieben hat, sind Verwaltung und Politik gefordert, an der Königsberger Straße ein Quartier zu entwickeln, das nicht nur dieser sondern auch zukünftigen Generationen ein lebenswertes Wohnen im Einklang mit dem Klimaschutz ermöglicht!


 

Unsere Stellungnahme im Wortlaut:

 

Stellungnahme zum Entwurf des Bebauungsplans Nr. 73 der Stadt Barmstedt „Wohngebiet beidseitig der Königsberger Straße“  

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen des oben genannten Bauplans soll gemäß der Planung des Investors GKB Pinneberg ein Wohngebiet für ca. 12 Wohngebäude in Form von Mehrfamilien- und Reihenhäusern mit knapp 90 Wohnungen entstehen. Hiermit wird der Bestand der bisherigen 49 Wohnungen nahezu verdoppelt.

Für eine Kleinstadt wie Barmstedt handelt es sich hierbei um ein Bauvorhaben von nicht unerheblicher Bedeutung und Größe, weshalb dieses nach unserem Dafürhalten mit besonderer Sorgfalt in der Planung begleitet werden muss.

Unter Betrachtung des Gebots der Nachhaltigkeit, dem sich die Stadt Barmstedt für diese Legislaturperiode verschrieben hat, sollten die Chancen nicht ungenutzt bleiben, das Bebauungsgebiet zusammen mit dem Investor zu einem ökologischen, energieeffizienten, zukunftsfähigen und somit lebenswerten Quartier für diese und kommende Generationen zu entwickeln.

Demzufolge bitten wir darum, in der weiteren Planung nachstehende Punkte zu berücksichtigen:

  1. Die Entwicklung eines energetischen und energietechnischen Gesamtkonzepts im Rahmen einer Quartierslösung bspw. durch Errichtung eines Blockheizkraftwerks/Wärmenetzes und die verbindliche Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude (vorzugsweise im Rahmen eines Mieterstrommodells).
  2. Eine verbindliche Festsetzung von energetischen und ökologischen Standards für  die zu errichtenden Gebäude (Plusenergiehäuser).
  3. Durch die bauliche Verdichtung kommt es zu einem massiven Wegfall bisher als Grün- und Gartenflächen genutzter Areale. Eine angemessenen Kompensation in Form von Ausgleichspflanzungen, Grünanlagen oder Dachbegrünungen sieht der B-Plan nach derzeitigem Planungsstand nicht vor. Hier ist Abhilfe zu schaffen.
  4. Im Gegensatz zur Festlegung von PKW-Stellplätzen (114 Stk., 1,5 pro Wohneinheit) sehen die Planungen bisher keine verbindliche Anzahl von Fahrradstellplätzen vor. Dies ist unseres Erachtens nicht mehr zeitgemäß. Eine Mindestanzahl von 2 Fahrradstellplätzen (überdacht, ggf. abschließbar) pro Wohneinheit wäre hier zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Bündnis 90 / Die Grünen

OV Barmstedt & Umland

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel